Fragen zur ganzheitlichen Kieferorthopädie
Bereits seit vielen Jahren folge ich den Lehren der ganzheitlichen Kieferorthopädie und besuche regelmäßig Weiterbildungs-Seminare.
Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zur ganzheitlichen Kieferorthopädie:
- Weshalb heißt es ganzheitliche Kieferorthopädie?
- Welche Geräte werden benutzt?
- Was ist der Unterschied zu den anderen kieferorthopädischen Behandlungen?
- Seit wann gibt es die ganzheitliche Kieferorthopädie?
- Können Crozatgeräte und Bionator alleine eine Zahnregulierung erreichen?
- Welche Therapien unterstützen die ganzheitliche Kieferorthopädie?
- Wann kann diese Therapie nicht helfen?
- Wird die ganzheitliche Kieferorthopädie von den Krankenkassen übernommen?
- Wird die ganzheitliche Therapie von den privaten Versicherungen übernommen?
- Wie sehen die Geräte aus?
- Kann man mit dem Crozatgerät und dem Bionator essen?
- Wie viele Stunden muss man die Geräte tragen?
- Wie wird das Crozatgerät gepflegt, wie der Bionator?
- Können die Geräte beim Tragen kaputtgehen?
- Bis zu welchem Alter kann die ganzheitliche Kieferorthopädie durchgeführt werden?
- Hilft der Bionator auch bei Kiefergelenksproblemen?
- Hilft der Bionator bei Schnarchern?
- Ist der Bionator nur ein kieferorthopädisch wirksames Gerät oder kann man ihn auch bei anderen Erkrankungen einsetzen?
- Wie oft muss man zur Kontrolle kommen?
- Muss man bei der ganzheitlichen Kieferorthopädie in manchen Fällen Zähne ziehen?
Weshalb heißt es ganzheitliche Kieferorthopädie?
Oberstes Ziel ist die Nachentwicklung des Mundraumes. Meistens ist der Mundinnenraum zu klein, so dass nicht alle Zähne auf dem Kiefer ordentlich nebeneinander stehen können. Durch Training der angrenzenden Muskulatur (Wange, Zunge, Mundboden, Lippen, Hals-, Nacken- Rückenmuskulatur usw.) ist es möglich, den Mundraum zu vergrößern und dadurch Platz zu schaffen für alle Zähne. Es wird also letztendlich mit dieser Funktionstherapie der ganze Mensch therapiert. Beim Training helfen Co-Therapeuten, u.a. Logopäden, Osteopathen, Physiotherapeuten usw. oder auch naturheilkundlich orientierte Therapeuten.
Welche Geräte werden benutzt?
Bei der Einstellung der Zähne auf dem Kiefer hilft das Crozatgerät. Ober- u. Unterkiefer werden mit dem Bionator aufeinander eingestellt. Er hilft besonders bei der Therapie der Mundraumfehlfunktionen, wie z.B. beim Schlucken oder auch bei der Wirbelsäulenaufrichtung.
Was ist der Unterschied zu den anderen kieferorthopädischen Behandlungen?
Es werden nicht nur die Zähne gerichtet, sondern letztendlich der ganze Mensch.
Seit wann gibt es die ganzheitliche Kieferorthopädie?
Diese Therapieart wurde Anfang der 40er-Jahre des 20. Jhd. an der Berliner Universität Charité von Prof. Simon nach einer Erfindung von Dr. Crozat weiter entwickelt. Prof. Balters von der Universität Bonn erfand den Bionator in den 50ern des letzten Jahrhunderts und war prägend bei der Entwicklung der Funktionstherapie mit diesem Gerät.
Können Crozatgeräte und Bionator alleine eine Zahnregulierung erreichen?
Nein! Bei der Behandlung werden unterstützende Maßnahmen benötigt. Individuell wird entschieden, ob z.B. eine Lymphdrainage, logopädische Übungen, osteopathische Maßnahmen oder andere Therapien nötig sind.
Welche Therapien unterstützen die ganzheitliche Kieferorthopädie?
Alle Therapien, die den Stoffwechsel und die Durchblutung anregen oder eine Funktionsänderung ermöglichen.
Wann kann diese Therapie nicht helfen?
Bei mangelnder Mitarbeit und wenn bestimmte Gewohnheiten nicht geändert werden (z.B. falsches Schlucken).
Wird die ganzheitliche Kieferorthopädie von den Krankenkassen übernommen?
Nein!
Wird die ganzheitliche Therapie von den privaten Versicherungen übernommen?
Das hängt von Ihrem Versicherungstarif ab.
Wie sehen die Geräte aus?
Das Crozatgerät wird aus federharten Stahl gearbeitet. Bei Nickelallergie kann das Gerät
vergoldet werden.
Der Bionator wird aus allergikerfreundlichem Kunststoff angefertigt mit Drahtelementen aus Stahl. Auch
hier ist eine Vergoldung der Stahlfederelemente bei bestehender Nickelallergie möglich.
Kann man mit dem Crozatgerät und dem Bionator essen?
Nein!
Wie viele Stunden muss man die Geräte tragen?
In der Regel nachmittags und nachts. Damit sich das Gewebe auch einmal ausruhen kann, wird vormittags eine Pause gemacht. Also werden die Geräte in der Schule z.B. nicht getragen!
Wie wird das Crozatgerät gepflegt, wie der Bionator?
Mit Zahnbürste und Zahnpasta. Keine "Kucki’s"! Die Tabletten greifen die Verbindungsstellen der einzelnen Federn an. Die Federelemente müssen bei der Reinigung immer leicht mit den Fingern abgestützt werden.
Können die Geräte beim Tragen kaputtgehen?
Nur wenn man das Crozatgerät mit der Zunge immer wieder von den Zähnen abhebelt und wieder auf die Zähne durch Aufbeißen darauf presst. Dann können die Klammern abbrechen. Beim Bionator kann durch massive Muskelaktivität der Kunststoffkörper oder ein Seitenschild brechen. Das passiert aber selten.
Bis zu welchem Alter kann die ganzheitliche Kieferorthopädie durchgeführt werden?
Bis ins hohe Alter. Auch 70-jährige lassen sich behandeln, denn diese Therapie ist nicht vom Knochenwachstum abhängig!
Hilft der Bionator auch bei Kiefergelenksproblemen?
Ja.
Hilft der Bionator bei Schnarchern?
Ja.
Ist der Bionator nur ein kieferorthopädisch wirksames Gerät oder kann man ihn auch bei anderen Erkrankungen einsetzen?
Ja. Zum Beispiel bei Zahnfleischentzündungen. Durch eine entsprechende Gestaltung des Kunststoffkörpers kommt es zu kleinen Spalten zwischen Gerät und Zähnen. Hier muss der Speichel durchfließen und wird durch die Enge beschleunigt (Bernoulli-Prinzip). Das ergibt einen massierenden Effekt und Zahnfleischschwellungen klingen ab.
Wie oft muss man zur Kontrolle kommen?
Alle 4-6 Wochen.
Muss man bei der ganzheitlichen Kieferorthopädie in manchen Fällen Zähne ziehen?
In der Regel nicht, da Kieferabschnitte nachentwickelt und damit vergrößert werden.
