Kinderbehandlung
... in der Zahnarztpraxis Elke Kottulinsky-Gründer
Haben alle Kinder Angst vor der Zahnbehandlung?
Nein, viele Kinder kommen neugierig zu uns und haben richtig Spaß mit uns gemeinsam die für sie neue und spannende Welt einer Zahnarztpraxis zu entdecken. Heute ist die Kinderzahnbehandlung ganz anders! In der modernen Kinderbehandlung haben verhaltensführende Maßnahmen, Hypnosetechniken und auch Entspannungsübungen Einzug gehalten. Eine Vollnarkose kommt heutzutage nicht mehr so oft zum Einsatz wie früher. So schaffen wir es mit der "Tell-show-do" Methode viele Kinder zu motivieren, die Geräte und Behandlungsmaßnahmen gelassener zu erleben. Zum Beispiel: Den Rosenbohrer erklären wir zum Rumpelmännchen und zeigen dem Kind am Fingernagel, wie sich das anfühlt. Es erlebt ein Vibrationsgefühl und merkt, dass es gar nicht weh tut. Der große Sauger wird der Schlürfi oder zum Staubsauger und der Luftbläser zum Föhn, womit man wirklich die Haare föhnen kann. Diese Erlebniswelt und der Einsatz von "Geschichten erzählen" lässt die Angst bei den Kleinen in den meisten Fällen schnell verfliegen.
Wie können Eltern ihre Kinder auf eine Zahnbehandlung vorbereiten?
Grundsätzlich sollte man immer positiv über einen Zahnarztbesuch reden, auch wenn man selbst schlechte Erfahrungen gemacht hat. Die Kleinen spüren sehr genau, wie es Mutti oder Papi geht. Ihre Emotionen übertragen sich auf das Kind, und es ist am besten, wenn die Eltern Ruhe und Gelassenheit bei diesem Thema zeigen. Besonders gut ist es, das Kind zu loben, zum Beispiel: Du riechst aber gut nach dem Zähneputzen. Ein Lob motiviert viel mehr, den Mund bzw. die Zähne positiv zu erleben. Nie sollte man sagen: Du brauchst keine Angst vor dem Zahnarzt haben. Das Wort keine wird vom Kind gar nicht wahrgenommen. Es hört nur Zahnarzt - Angst, was dann wenig hilfreich für uns Zahnärzte ist. Auch sollte man keine Belohnungsgeschenke versprechen, denn das Kind wird sich dann bei der Behandlung zu sehr unter Druck setzen und erschwert uns die Zusammenarbeit. Toll wäre es, wenn die Eltern mit ihrem Kind dahin arbeiten würden, dass es alleine in das Behandlungszimmer kommt. Es wird dann aus dem Wartezimmer abgeholt. Das ist in der Regel ab einem Alter von 4-5 Jahren möglich. So habe ich als Behandelnde seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit, die Möglichkeit sein Vertrauen zu gewinnen, und es kann sich mit meiner Hilfe besser auf unsere Anweisungen und damit auf eine entspannte Behandlung konzentrieren.
Wie können Eltern während der Behandlung helfen?
Wie oben schon erwähnt ist es wichtig, dass Mutti oder Vati sich in einen "guten Zustand" bringen. Alle negativen Emotionen werden übertragen! Bei besonders kleinen Kindern ist es gut, wenn sie auf dem Bauch der Mutter liegen. Aber die Mutter sollte ruhig und entspannt sein. Fängt das Kind an zu weinen, ist es besser passiv zu bleiben und evt. nur sein Lieblingslied zu summen. In der Regel beruhigt es sich wieder. Wenn die Mutter oder der Vater ihr Kind unbedingt ins Behandlungszimmer begleiten möchten, sollten sie sich in die Rolle des ruhigen Beobachters begeben, erst am Behandlungsende wieder mit dem Kind sprechen und es ausgiebig loben.
Welche Hilfsmittel helfen bei der zahnärztlichen Behandlung von Kindern?
Alle Mittel, die positive Erlebnisse schaffen, sind recht! Besonders gut einsetzbar sind die Möglichkeiten der therapeutischen Hypnose. Hierbei können wir gezielt den Fokus auf eine angenehme Erfahrung richten, unterstützt von Handspielpuppen oder Märchen, die das zahnärztliche Geschehen übersetzen und erläutern. Krabbelsack, Zauberarm oder Zauberstab sind ebenfalls gute Helfer. Auch die "Zauberfee mit ihrem Raketenauto" besucht uns immer wieder. Der Fantasie der kleinen Patienten sind keine Grenzen gesetzt.
